Redler prägte die Feuerwehr und die Stadt Bamberg über Jahrzehnte
Mit tiefer Betroffenheit und in großer Dankbarkeit nimmt die Freiwillige Feuerwehr Bamberg Abschied von ihrem Ehrenmitglied Franz-Ludwig Redler, der im Alter von 80 Jahren verstorben ist. Über Jahrzehnte hinweg war er das Gesicht und die prägende Kraft des Bamberger Feuerwehrwesens. Sein unermüdlicher Einsatz, seine weitsichtige Führung und seine tiefe Verbundenheit zur Kameradschaft waren wesentliche Merkmale seiner Amtsperioden und auch der Zeit darüber hinaus. Sein Tod hinterlässt eine Lücke.
Franz-Ludwig Redler trat am 8. Juli 1964 in die Feuerwehr Bamberg ein. Was als ehrenamtliches Engagement begann, entwickelte sich zu einer außergewöhnlichen Lebensaufgabe. Nach diversen Ausbildungen wie Gruppen- und Zugführer sowie Stationen als Löschbereichsführer und Schriftführer im Verein übernahm er am 6. November 1984 das Amt des Stadtbrandrats und zeitgleich Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Bamberg.
Beeindruckende 24 Jahre lang, über vier Amtszeiten hinweg (!), stand Franz-Ludwig Redler als Stadtbrandrat an der Spitze unserer Wehr. In dieser außergewöhnlich langen Zeitspanne prägte er die Feuerwehr Bamberg wie kaum ein anderer. Unter seiner Führung entwickelte sich die Wehr zu einer modernen, schlagkräftigen Einheit, die technischen Herausforderungen stets mit Innovation begegnete.
Besonders hervorzuheben ist sein Engagement für wegweisende Pilotprojekte in Bamberg. So trieb er bereits frühzeitig die EDV-gestützte Alarmierung (1980 und 1992) sowie die automatisierte Geräteverwaltung voran. Auch die Einführung der Öl-Schadensbekämpfung, des Feuerwehr-Durchfahrt-Programms (sog. Ampelschaltung „Grüne Welle“) und der Brand-Übungsanlage (2002) tragen seine Handschrift. Dank seines Engagements konnten zudem wichtige Ausrüstungsgegenstände wie Wärmebildkameras und Ölwehrgeräte für den Standort Bamberg gesichert werden. Bereits als junger Stadtbrandrat gründete er eine Sammlung historischer und ausrangierter Feuerwehrgegenstände. Bis zuletzt führte er Interessierte durch das „Bamberger Feuerwehrmuseum“ in der sogenannten Siechenscheune. Jahr aus Jahr ein besuchten hunderte aus nah und fern diese Sammlung und lauschten zahlreichen Anekdoten.
Sein Wirken beschränkte sich nicht nur auf das Stadtgebiet. Franz-Ludwig Redler war eine weithin geschätzte Führungspersönlichkeit im bayerischen Feuerwehrwesen. Er engagierte sich unter anderem als:
- Stellvertretender Sprecher der Feuerwehren Oberfrankens (1990–1996)
- Stellvertretender Vorsitzender des Bezirksfeuerwehrverbandes Oberfranken (1995–2007)
- Schriftführer des Landesfeuerwehrverbandes Bayern (1994–1997)
- Mitglied im Präsidium des Deutschen Feuerwehrverbandes (1992–1997)
Sein Fachwissen brachte er zudem in bundesweiten Gremien wie dem Fachnormenausschuss für Feuerwehrfahrzeuge ein.
Auch in großen Krisenlagen bewies Franz-Ludwig Redler seine Führungskompetenz als Einsatzleiter oder Koordinator bei überregionalen Katastropheneinsätzen. Unvergessen bleiben seine Einsätze während der Waldbrandkatastrophe in Weißwasser/Sachsen (1992), bei den Hochwasserereignissen 2002 sowie während der Schneekatastrophe im Bayerischen Wald (2005). Für diesen Einsatz wurde er vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Sächsischen Fluthelfer-Orden.
Für seine außergewöhnlichen Verdienste erhielt er zahlreiche Ehrungen, darunter das Steckkreuz des Bayerischen Feuerwehrehrenzeichens (1991; die höchste Auszeichnung des Freistaates) sowie das Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold des Landesfeuerwehrverbandes. Ebenso wurde ihm die Ehrenmedaille des Landes Kärnten verliehen.
Nach Erreichen der Altersgrenze und den damit verbundenen Ausscheiden aus dem aktiven Dienst im Jahr 2008 wurde er in Anerkennung seiner Lebensleistung zum Ehrenmitglied und Ehrenkommandanten der Feuerwehr Bamberg ernannt.
Franz-Ludwig Redler war ein Feuerwehrmann mit Leib und Seele, ein Vorbild an Pflichtbewusstsein und ein Kamerad, der stets ein offenes Ohr für die Belange der Mannschaft hatte. Sein Wort hatte Gewicht, seine Erfahrung war ein Anker für viele Generationen von Feuerwehrleuten.
Unsere Gedanken und unser tiefes Mitgefühl gelten in der Zeit des Abschieds seiner Familie und seinen Angehörigen.
Lieber Franz, wir danken dir für deine jahrzehntelange Treue und deinen unermüdlichen Dienst für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Bamberg. Dein Erbe wird in der Feuerwehr Bamberg weiterleben.
In stiller Verbundenheit
Deine Freiwillige Feuerwehr Bamberg mit ständig besetzter Wache
